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Facebook - eine neue Tech-Blase?

18. May 2012
Matthias Gläßner
Schlagworte Tags: facebook, blase, social mediaKommentare: 4

Facebook ist in den vergangenen Tagen wegen seines Börsenganges und den dabei eingefahrenen Investorengeldern von 16 Milliarden Dollar großflächig in die Kritik geraten. Der Marktwert von 104 Milliarden Dollar wird von vielen als maßlos übertrieben angesehen. Ist Facebook eine neue Internet-Blase, die in den nächsten Jahren platzen wird?

Die Kritik ist durchaus berechtigt. Facebook vertreibt ausschließlich virtuelle Güter. Der Unternehmenswert fußt auf keinen realen Werten, sondern lediglich auf dem Gedankenspiel der Inhaber und der Investoren, dass die Einnahmen Facebooks im Laufe der nächsten Jahre enorm an Fahrt gewinnen.

Das derzeitige Geschäftsmodell von Facebook fußt hauptsächlich auf personalisierter Werbung. Je mehr Informationen die Benutzer von sich preisgeben, desto besser kann Facebook passende, auf den jeweiligen Benutzer zugeschnittene Werbung schalten.

Mehr wert als die Lufthansa

Die Jahreseinnahmen von Facebook lagen 2010 bei lediglich 2 Milliarden Dollar, wovon noch jegliche Kosten des Unternehmens z.B. für die Server-Infrastruktur, Mitarbeiter, Bürogebäude usw. abgehen. Im Vergleich dazu fuhr zum Beispiel die Lufthansa im Jahre 2010 einen Umsatz von 27,3 Milliarden Euro (34,7 Mrd. Dollar), also knapp das 14fache ein. Dennoch sei Facebook nach dem erfolgten Börsengang mehr wert als die Deutsche Bank, Deutsche Post und die Lufthansa zusammen.

Ein derartig hoher Unternehmenswert, der nicht auf realen Gütern fußt birgt natürlich im Hohen Maße die Gefahr einer Blase, vor allem deshalb, da Werbung auf Facebook offenbar trotz Personalisierung und Auswahl der Zielgruppe von den Nutzern nicht sehr gut angenommen wird. So will General Motors, einer der größten werbenden Firmen der USA, seine Werbekampagne auf Facebook wegen Nicht-Rentabilität in Kürze stoppen.

Doch nur eine Blase?

Ob sich die Fahrt der steigenden Einnahmen daher tatsächlich wie von den Investoren gewünscht vollziehen wird, ist dabei ein hohes Risiko, durch das Investoren Im Falle des Erfolges wenig Geld gewinnen und beim Misserfolg viel Geld verlieren können.

Daher sprechen viele bereits von einer Blase und im Netz wird eifrig diskutiert, ob Facebook denn tatsächlich so viel Wert ist. Die Diskussionen um die Blase werden noch dadurch angeheizt, dass einige Investoren der ersten Stunde ihren Verkaufsanteil erhöht haben. So hat der PayPal Gründer Peter Thiel seine für den Verkauf bestimmten Anteile von 20% auf 50% erhöht. 

Und tatsächlich ist es um die Einnahmeerwartungen von Facebook trotz seiner über 900 Millionen Mitglieder nicht gut bestellt. Denn vor allem das Wachstum stößt an Grenzen. Wenn bereits jeder zweite Amerikaner das Netzwerk nutzt, gibt es nicht mehr viele Nutzer, die Facebook neu aquirieren kann. So warf man dann auch in der Focus Redaktion insgesamt 10 Gründe ins Rennen, warum der Facebook Börsengang ein Flop werde.

Auch der deutsche Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert des Landes Schleswig-Holstein gießt weiteres Äl ins Feuer und warnt vor einem Zusammenbruch des Facebook-Geschäftsmodells, wenn sich der Datenschutz durchsetzen sollte. Da Facebook mit den deutschen Datenschutzgesetzen in der jetzigen Form nicht vereinbar ist, birgt auch dies ein hohes Risiko für die Investoren. So waren vor allem die Großinvestoren am Börsenstart von Facebook auch anfangs eher zögerlich.

Was bleibt?

Fraglich bleibt am Ende, ob Facebook nur ein Hype ist, der in wenigen Jahren mit viel Krach wieder verschwindet oder sich durchsetzen kann und am Markt bestehen bleibt. Vielleicht ist der Social Media Markt einfach nur etwas überhitzt. Eine Investition in Facebook birgt sehr hohe Risiken und die Facebook-Blase kann wie jede Blase sehr schnell platzen.

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  • 4 Kommentar(e)
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hansen
hansen
18. May 2012

Ein weiterer kritischer Punkt ist, dass sehr viele Aktienvon den Investoren kommen und nicht von der Firma selbst,was bei einigen Kritikern schon als Flucht gewertet wird.Grußhansen

pinkman
pinkman
05. June 2012

Nach dem steilen Aufstieg, kommt der tiefe Fall. Ich stehe vom ersten Tag an facebook skeptisch gegenüber, da mir der Sinn des ganzen; mein Leben so offen zu legen, zu wider ist.

Schenki
Schenki
13. August 2012

Noch verdient Facebook Geld aber irgendwann wird wohl das Thema Werbung nicht mehr so interessant sein aber immerhin haben die dann ihre Mrd. Gewinne gemacht. :-)

Martin Hark
Martin Hark
13. January 2013

Ein wirklich sehr interessantes Thema. Die Thematik der Unternehmensbewertung wird beinahe in allen Finanzbereichen gebraucht. Je nach Anlass muss dabei differenziert werden. Der Anlass ist relevant für den Zweck, aus welchem wieder die Funktion abgeleitet wird. Je nach Funktion wird dann das Bewertungsverfahren ausgewählt, welches schlussendlich für den Unternehmenswert verantwortlich ist. Der Unternehmenswert ist jedoch nicht gleich der Unternehmenspreis!Facebook war / ist eine Besonderheit der Unternehmensbewertung. Aufgrund des immensen Wachstums und der Innovationskraft sind „alte“ Methoden der Unternehmensbewertung nicht anwendbar. Das Ziel des IPOs war es einen möglichst hohen Preis zu erzielen, was auch gelang. Damals war es ein „objektiver“ Preis, auch wenn dies zu hinterfragen ist, da der Primebroker angeblich unzählige Aktien am ersten Handelstag aufkaufen musste! Nach und nach spiegelt der Aktienkurs jetzt den wirklichen Unternehmenswert /-preis wider!

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